Fotos der Wohnprojekte in der Max-Brauer-Allee
Fotos der Wohnprojekte in der Max-Brauer-Allee
Fotos der Wohnprojekte in der Max-Brauer-Allee
Fotos der Wohnprojekte in der Max-Brauer-Allee
Fotos der Wohnprojekte in der Max-Brauer-Allee

Max-Brauer-Allee

Max-Brauer-Allee. Strand9. Wir verstehen uns als Zusammenschluss von mittlerweile elf Menschen aus verschiedenen Szenen und Bewegungen, die ihre Wohnformen auf unterschiedliche Art und Weise direkt gestalten und verwalten wollen.

In dem Bewusstsein, dass Wohnprojekte historisch auch als Produkt eines Niedergangs der radikalen Linken zu sehen sind, versteht sich Strand9 weder als explizit politische Kaderschmiede noch als Altersheim für ehemalige Aktive. Wichtig ist für uns das Bewusstsein, in widersprüchlichen Verhältnissen zu leben (sicherlich ist das gesamte Max-B-Projekt Teil der fortschreitenden Gentrifizierung des Schanzenviertels), ohne diese jedoch als unveränderliche Sachzwänge zu verstehen und hinzunehmen.

Wir folgen nicht der Illusion, dass ein Wohnprojekt von größerer politischer Bedeutung wäre, sehen aber die Formen der Selbstbestimmung als Gewinn für die Bewohnerinnen und Bewohner und als einen Ansatz, in beschissenen politischen Verhältnissen nicht völlig zu vereinzeln und sich den (Wohnungs-)Marktgesetzen zumindest ein wenig zu entziehen. Regelmäßige Plena nutzen wir übrigens immer wieder gern zu regem und engagiertem Austausch. So verlebten wir vergnügliche Stunden in basisdemokratischer Diskussion.

Unter diesen Vorzeichen gratulieren wir der Schanze herzlich zum 25. Geburtstag und hoffen, dass uns in den nächsten Jahren noch einige Projekte folgen werden!

Wohnprojekt Strand9 e.V.

  • Max-Brauer-Allee, Altona
  • 2006
  • 474qm
  • 9
  • STATTBAU HAMBURG
  • Iris Neitmann Architektin BDA a.o.
  • Wohnungsbaukreditanstalt: Neubauförderung 1. Förderungsweg

Max-Brauer-Allee. ViaBahrenfeld/Nussknacker e. V. Einem vorüber
gehenden Passanten wäre am
1. September 2006 nicht viel aufgefallen. Zehn Umzugswagen stauten sich vor der engen Toreinfahrt, ein recht gewöhnliches Bild vor einem riesigen Neubauprojekt, das soeben fertiggestellt worden war.

Hinter dieser Kulisse passierte aber etwas sehr Einzigartiges und Außergewöhnliches: Zehn Menschen mit Hoffnungen und auch Ängsten zogen in das Apartment-Haus von ViaBahrenfeld/Nussknacker e. V. ein. Menschen, die durch eine schwere psychische -Erkrankung große Einschränkungen in ihrem Alltag erleiden und Unterstützung benötigen, die andererseits aber trotzdem nachbarschaftlich und eigenständig wohnen und leben möchten wie andere auch.Zehn Menschen leben so, wie sie es wollen, ganz selbstverständlich und mit dem Gefühl von Freiheit und Heimat. Alleine, miteinander, mit Nachbarn und im Stadtteil.

Darüber hinaus ist das Projekt eine Botschaft an das gesamte psychiatrische System. „Ambulant statt stationär“ ist möglich, auch und gerade bei schwerwiegendem Unterstützungsbedarf und „Heimindikation“. Aber auch die gesunden Nachbarn können nur profitieren, wenn sie etwas Toleranz mitbringen: Einige der zehn Menschen machen Jobs in der Nachbarschaft, die Berufstätige gar nicht leisten können.

Wir danken der Schanze für die Realisierung, den Mut, die hervorragende Zusammenarbeit, und gratulieren herzlich zum 25. Geburtstag!

Mehrfamilienhaus für Menschen mit psychischen Erkrankungen

  • Max-Brauer-Allee, Altona
  • 2006
  • 526qm
  • 10
  • STATTBAU HAMBURG
  • Iris Neitmann Architektin BDA a.o.
  • Wohnungsbaukreditanstalt: § 46 Abs. 2 WoFG in Verbindung mit 88d II BV

Max-Brauer-Allee. Hausgemeinschaft Max-B. Seit September 2006 wohnen wir, neunzehn Menschen
mit Behinderungen, in dem Wohnprojekt Max-B an der Max-Brauer-Allee 239. Das Haus ist aufgeteilt in elf Wohnungen, hat einen Gemeinschaftsraum und eine schöne, große Terrasse zum Innenhof hin.

Dieses Haus ist etwas Besonderes. Normalerweise leben Menschen mit Behinderungen, wenn sie nicht noch bei den Eltern wohnen, in Wohngruppen (betreutes Wohnen). Dort haben sie in der Regel zwar ein eigenes Zimmer, müssen sich aber oftmals mit bis zu neun Mitbewohnern ein Wohnzimmer und die Sanitäranlagen teilen. Da bleibt Streit nicht aus: Warum muss ich Sachen aufräumen, die ich gar nicht abgelegt habe? Oder wieso sind die anderen immer so laut? Das kann ganz schön nerven.

Natürlich leben auch viele Menschen mit Behinderungen in eigenen Wohnungen mitten im Stadtteil. Das ist aber für einige gar nicht vorstellbar, denn sie haben Angst zu vereinsamen, weil sie keinen Kontakt zu ihren Nachbarn bekommen. Außerdem kann ein schlechtes Gefühl entstehen, wenn man einmal auf spontane Hilfe angewiesen ist. Die Betreuer bzw. Unterstützer kommen nämlich nur zu fest abgesprochenen Terminen vorbei.

Bei uns im Haus haben acht Personen eine eigene Wohnung, und die anderen leben in kleinen WGs, maximal zu viert. Es sind jeden Tag Mitarbeiter von „Leben mit Behinderung Hamburg“ im Haus. Sie haben ein eigenes Büro und schlafen auch nachts im Bereitschaftszimmer. Für Notfälle ist in jeder Wohnung ein Ruftaster vorhanden, mit dem man sich schnell Hilfe holen kann. Das gibt Sicherheit, besonders auch nachts.

Tagsüber haben wir vielfältige Kontaktmöglichkeiten in der Hausgemeinschaft. Wir besuchen uns gegenseitig, laden in unsere Wohnungen ein und treffen uns zum Beispiel zum Kaffeetrinken. Es gibt auch festgelegte Termine mit den Mitarbeitern, wo wir die nötige Unterstützung zum Beispiel im Haushalt oder bei Papierkram bekommen. Und wenn wir mal keine Lust auf andere Menschen haben, wird die Wohnungstür einfach zugemacht – dann ist Ruhe!

Wie sich das für eine Gemeinschaft gehört, haben wir selbstverständlich regelmäßige Hausversammlungen, auf denen alles besprochen werden kann. Etwa die Planung von größeren Ausflügen, Reisen und die Regeln fürs Zusammenleben im Haus. Darüber hinaus ist unsere Hausgemeinschaft natürlich ein Teil des gesamten Wohnprojekts Max-B. Von Anfang an waren wir auf den Trägertreffen präsent und mit den Vertreterinnen und Vertretern der anderen Häuser im Austausch. Und nachdem die vielen Bausachen abgearbeitet waren, haben alle neun Häuser ein tolles Sommerfest veranstaltet. Viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner sind mittlerweile im Wohnprojekt bekannt und haben auch persönliche Kontakte zu ihren Nachbarn. Das ist wunderbar!

Wir fühlen uns alle richtig wohl in unserer Hausgemeinschaft Max-B, freuen uns auf weitere Aktionen mit den Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Wohnprojekt und danken der Schanze sehr, dass sie uns aufgenommen hat!

Mehrfamilienhaus für Menschen mit Behinderungen

  • Max-Brauer-Allee, Altona
  • 2006
  • 777qm
  • 14
  • STATTBAU HAMBURG
  • Iris Neitmann Architektin BDA a.o.
  • Wohnungsbaukreditanstalt: Neubauförderung 1. Förderungsweg

Max-Brauer-Allee. Jung und Alt. Was steht heute auf der Pinnwand im Treppenhaus? Sonntagmorgen, 11 Uhr, Gemeinschaftsfrühstück. Da lassen wir uns nicht lange bitten. H. hat einen Käsekuchen gebacken, L. kommt mit Melonenscheiben und Schinken, M. mit Kürbissuppe, B. bringt ihren köstlichen Heringssalat, J. eine Riesentüte mit Brötchen, C. kocht Kaffee …

Und jetzt wird’s laut und auch ein bisschen chaotisch: „Da will ich sitzen!“ „Das war mein Brötchen!“ „Haben wir irgendwo Butter?“ „Sollen wir den Kicker nicht lieber rausstellen …?“ Zehn Kinder und zwölf Erwachsene in einem 40 Quadratmeter großen Raum, und es sind noch nicht mal alle da.

Das Gemeinschaftsfrühstück ist ein Ritual, wir finden nicht oft die Zeit dazu, aber alle zwei bis drei Monate initiiert es irgendjemand. Außerdem feiert fast jeden Monat eine(r) seinen Geburtstag im Gemeinschaftsraum, und „das Haus“ ist eingeladen. Dies allein ist schon Grund genug, dass wir uns hier wohlfühlen.

Wir sind eine sehr heterogene Gruppe, unsere älteste Mitbewohnerin ist 75, unser jüngster Spross ein Jahr alt. Es gibt Familien, Alleinstehende mit Kindern und ohne Kinder, Jugendliche, Behinderte und Nichtbehinderte und zwei Meerschweinchen im Gemeinschaftsgarten, die zwar einer Familie gehören, an denen sich aber (fast) alle freuen.

Inzwischen haben wir einen Flachbildschirm im Gemeinschaftsraum. Ein Jahr Diskussion um Preis und Größe und ob überhaupt; als die WM anstand, ging es zack, zack!

Ein weiterer Grund, dass wir uns hier wohlfühlen, ist das gegenseitige Helfen bei kleinen Dingen wie Schlüsseldienste, Blumengießen, Kindersitten. Bei besonderen Situationen sind wir erfinderisch: Eine Bewohnerin hat Parkinson, sie hat Angst, in der Wohnung zu fallen und keine Hilfe zu haben. Zwei Nachbarskinder haben ihr eine Uhr gebastelt, die an der Tür hängt und an der sie morgens und abends einstellt, ob sie zu Hause ist. Sollte der Zeiger einmal nicht gestellt sein, klingelt jemand oder holt den Schlüssel aus dem gemeinsamen Schlüsselkasten, um nach ihr zu sehen.

Es ist eine andere Nachbarschaft als in einem guten Mietshaus. Wir können solche und andere „Nöte“ auf unser zweiwöchentliches Haustreffen tragen.

Manche allerdings lassen sich nicht so einfach lösen, wie zum Beispiel ein Erlebnis an einem Dienstagabend: K. musste noch mal durch den Gemeinschaftsraum, es roch aus dem Gemeinschaftsklo – nach einem kurzen Blick hinein hätte er am liebsten die Tür gleich wieder zugemacht … Auf dem nächsten Treffen musste noch mal geklärt werden, wer das Klo putzt. Und auch das Thema „Kinder allein im Gemeinschaftsraum“ sollte diskutiert werden.

Es haben sich inzwischen kleinere Gruppen innerhalb der großen zusammengetan: Einige machen gemeinsam Yoga, einige haben eine Kinogruppe gebildet, es gibt einen Männerabend und eine Foodcoop, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Gut zwei Jahre leben wir jetzt hier zusammen, wir sind einer mehr geworden, keiner weniger. Wir wünschen uns, dass es noch lange so bleibt.

Wohnprojekt Jung und Alt GbR

  • Max-Brauer-Allee, Altona
  • 2006
  • 1193qm
  • 17
  • STATTBAU HAMBURG
  • Iris Neitmann Architektin BDA a.o.
  • Wohnungsbaukreditanstalt: § 46 Abs. 2 WoFG in Verbindung mit 88d II BV