Foto Wohnprojekt Schanzenstrasse
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Schanzenstraße

In den Jahren 1986/87 bot das Hamburger Schanzenviertel ein vollkommen anderes Bild als heutzutage, wo es ein Wohngebiet mit vielen Cafés und Kneipen ist: Im Quartier rund um das Schulterblatt waren Wohnen und Gewerbe eng miteinander verknüpft. Es gab eine mit der Zeit gewachsene Vielfalt an kleineren und größeren Geschäften, Kleingewerbe und auch größere Betriebe wie etwa Montblanc, die Gewürzfabrik Laue, den Schlachthof sowie viele Zubehör- und Zuliefererbetriebe.

Die Häuser und Wohnungen befanden sich durchweg in einem heruntergekommenen Zustand – mit Einfachverglasung, Kohleöfen und schlechter Sanitärausstattung. Die Bausubstanz war meist mit Schimmel, Schwamm und Feuchtigkeit durchzogen: aufgrund ungenügender Instandhaltung, wenig Licht und schlechter Belüftung durch die enge Bebauung.

Die Hauseigentümer kamen ihrer Instandhaltungspflicht nicht nach. „Mangelnde Investitionsbereitschaft der Eigentümer“ nannten die Behörden das. Gründe dafür: die niedrigen Mieten und geringe Rendite. Die Eigentümer haben jahrzehntelang Profite aus ihrem Eigentum gezogen, und diese noch dadurch erhöht, dass die für die Instandhaltung vorgesehenen Anteile der eingenommenen Mieten nicht investiert wurden. Betrachtet man darüber hinaus den langwierigen Prozess, welcher der Festlegung eines Sanierungsgebietes vorausgeht, so drängt sich der Verdacht auf, dass nicht aufgrund von städtebaulichen Missständen eine Sanierung erfolgte, sondern dass umgekehrt wegen einer zu er-wartenden Sanierung die städtebaulichen Missstände erst hergestellt wurden, indem man Gebäude gezielt dem Verfall überließ. Mit öffentlichen Zuschüssen hätten sie dann wieder instand gesetzt und modernisiert werden können.

Der Eigentümer Rebien besaß u. a. mehrere Häuser in der Schanzenstraße. Rebien hatte den beschriebenen Wohnraum über lange Zeit systematisch und teilweise bis zur Unbewohnbarkeit verrotten lassen, mit dem Ziel, Abriss und Neubauten durchsetzen zu können.

Im Januar 1987 zog ich mit meinem damaligen Freund in eines der Vorderhäuser in der Schanzenstraße. Der Mietvertrag sah vor, dass der Vertrag der Eheschließung vorzulegen sei, und wies darauf hin, dass eine Luxussanierung bevorstehen könnte.

Es standen mehrere Wohnungen leer, deren Ausstattung war mehr als bescheiden. Einige Wohnungen waren geteilt, hatten kein Badezimmer, nur Einfachverglasung und billige Kohleblechöfen, die kaum eine ausreichende Beheizung ermöglichten. Wir hatten aber das Glück, den Luxus einer alten Badewanne, die die Vormieter eingebaut hatten, genießen zu können.

Im Sommer 1987 überschlugen sich die Ereignisse: Der Hinterhof Schanzenstraße 41a wurde besetzt. Dies war die Geburtsstunde der Wohnungsbaugenossenschaft Schanze e. G. Die beiden Vorderhäuser 39a und 45 sowie der Hinterhof 41a, gehörten fortan zur Schanze, die Vorderhäuser 31 – 37 und der Hamburger Hof zu Strohauer.

Die Schanzenstraße 41a war das erste selbstverwaltete Wohnprojekt der Schanze, und es sollten noch viele folgen.

Wohnprojekt Meyer, Schulz, Neumann und Conserven GbRmbH

  • Schanzenstraße, St.Pauli
  • 1995
  • 1911qm
  • 43
  • STATTBAU HAMBURG
  • Planerkollektiv: Joachim Reinig; Werkplan: Claudia Burkard,
 Detlef Rapp, Lothar Taubert
  • Stadtentwicklungsbehörde: Alternatives Baubetreuungsprogramm mit baulicher Selbsthilfe; selbst organisiertes Beschäftigungsmodell

Mehrfamilienhaus

  • Schanzenstraße, St.Pauli
  • 1991
  • 1239qm
  • 12 sowie 2 Gewerbeeinheiten
  • STATTBAU HAMBURG
  • Olivia Wranik
  • Wohnungsbaukreditanstalt: Programm Städtebauförderung, Modernisierungsprogramm